Vollüberwachung und Körpererkennung auf Skipisten

Ich bin eine leidenschaftliche und sehr gute Skifahrerin, indem ich blaue, rote und schwarze Pisten sicher und kontrolliert befahre, vor mir liegende Gefahren erkenne und jederzeit bremsen zu kann. Als Jugendliche und Zwanzigjährige war ich etwas flotter unterwegs als heutzutage mit 60 Jahren. Klar könnte ich die Hänge immer noch in Schussfahrt runterdüsen, doch lege ich Wert auf einen eleganten und sicheren Fahrstil mit kleinen Schwüngen. Das erfordert mehr Konzentration und Kondition als großkurvige Rasereien. Wenn ich im Lift sitze und von oben die schussfahrenden Idioten sehe, wie sie unkontrolliert mit ihren Carving-Skiern an anderen vorbeibrettern, bin ich mir sicher, dass es Schutzengel gibt. Von oben betrachtet, müsste es zu viel mehr Unfällen und Zusammenstößen kommen, als es sie dann tatsächlich gibt. Aus einem himmlischen Grund werden die von kriminellen Rasern bedrohten langsameren Skiläufer scheinbar geschützt, indem diese im letzten Moment noch eine Bewegung machen, die einen Impact verhindert. Der Raser schießt am anvisierten Opfer vorbei abwärts ins Tal, sich nicht bewusst, dass ihm seine Pistenbeute durch die Lappen gegangen ist. Gott sei Dank!

Vor zwei Jahren bin ich in Ischgl selbst Opfer eines niederländischen Pistenterroristen geworden. Davon bin ich nachhaltig traumatisiert, so dass ich ein ungutes Gefühl habe, wenn schönes Wetter ist. Deshalb fahre ich seitdem am liebsten neben der Piste oder im Tiefschnee Ski, oder, wenn es abseits wegen ungünstiger Schnee- und Lawinenlage nicht geht, möglichst bei Schneefall und ungemütlichem Wetter. Es war ein sonniger Morgen und die Piste unerwartet leer. In kleinen Schwüngen fuhr ich am rechten Rand entspannt den Berg runter. Mein Partner Michael war hinter mir und konnte mir später erzählen, was sich vor dem Zusammenstoß abgespielt hatte. Der Täter, ein niederländischer Carving-Idiot schoss an Michael vorbei und direkt auf mich zu, so, als wäre er magisch von mir angezogen worden. Hinter mir hörte ich noch ein Geräusch und dann schlug er auch schon ein an meiner linken Körperseite, so dass ich vom Boden gerissen wurde und ein paar Meter weiter auf der Piste aufprallte. Ich bekam keine Luft mehr, Schmerzen hatte ich noch keine, da ich unter Schock war. Trotz allem hatte ich Glück im Unglück, weil ich an diesem Tag meinen Lawinenrucksack angeschnallt hatte. Er hatte den Megaschlag abgefedert, so dass ich letztlich „nur“ einen geprellten Rücken und einen lahmen linken Arm hatte. Ohne Rucksack hätte mir der Verbrecher das Rückgrat und den Brustkorb zerschmettert. Dann würde ich hier jetzt nicht sitzen und schreiben, sondern läge unter der Erde oder meine Asche in einer Urne. Der Niederländer allerdings würde wohl weiterhin die Pisten runterrasen, was er wohl auch so tun wird. Glücklicherweise konnte er sich nicht aus dem Staub machen, da ihn Michael sofort stellte und aufhielt. Weiter hielt eine Frau bei mir an, die einen medizinischen Beruf hatte, da sie in der Lage war, mich zu betreuen und nach Verletzungen abzutasten. Sie blieb lange an meiner Seite, bis ich mich wieder aufrappeln konnte und unter Schock und aufwachenden Schmerzen ins Tal abfahren konnte. Der Raser konnte nicht mehr aus und flüchten, denn da waren zwei Zeugen, die ihn festhielten, so dass er mir seine Kontaktdaten geben musste, falls es später zu einer Anzeige usw. kommen würde. Der Arm und Brustkorb schmerzten noch einige Zeit, doch war glücklicherweise nichts gebrochen. Ich erstattete keine Anzeige, doch den Kontakt „Leo“ habe ich noch immer im Telefon.

Mein Erlebnis und die täglichen Nachrichten über tödliche Zustammenstöße und Stürze beim Skifahren sind der Grund meiner Forderung nach Vollüberwachung mit Gesichts- bzw. Körpererkennung auf den Skipisten. Denn, seien wir realistisch, eine menschliche Pistenpolizei vor Ort, wie oft von vernünftigen Skifahrern gefordert wird, hat keine Chance. Man bräuchte Hundertschaften, um effektiv gegen den sich ausbreitenden Pistenterrorismus zu sein – und das wäre in der Tat unbezahlbar.

Wie wäre es stattdessen mit dem digitalen Überwachungssystem in China, womit ich beste Erfahrungen gemacht habe und von dem ich begeistert in. Vollüberwachung schafft Sicherheit und Ordnung in der Öffentlichkeit und auf Plätzen, wo sich gesellschaftlicher Abschaum, Kriminelle und Verbrecher am liebsten tummeln und anständige und hilflose Menschen gefährden, bedrohen und leider auch umbringen.

Die Vollüberwachung mit Körpererkennung nach chinesischem Vorbild ist auf allen Skipisten problemlos umzusetzen. Kameras können überall installiert werden, so an den Liftanlagen, Schneekanonen und Masten am Pistenrand. Die Gesichts- bzw. Körpererkennung findet beim Kauf der Liftkarten statt, vergleichbar mit Sicherheitsschleusen, wie es sie an Flughäfen usw. gibt. Gekoppelt wird die Erkennung digital mit Ausweispapieren. Die Kosten für das Überwachungssystem wird mit höheren Preisen für Liftkarten getragen. Ich zahle für eine Tageskarte zum Beispiel gerne 20 Euro mehr, wenn damit meine Gesundheit und mein Leben geschützt werden können. Weiterer Effekt eines höheren Preises für Sicherheit auf Skipisten ist der, dass billigpreisfahrende Raser von sicheren und überwachten Skipisten eher abgehalten werden, so dass es in diesen Skigebieten qualitativ hochwertige Skifahrer gibt, die entsprechend fahren und sich gesittet benehmen. Auf die kriminellen Raser kann sowieso verzichtet werden. Im Falle eines Zusammenstoßes oder Überdenhaufenfahrens wird der Täter sofort ermittelt, aus dem Verkehr gezogen und ihm der Prozess gemacht, darüberhinaus wird er mit lebenslangem Entzug der Pistenerlaubnis bestraft.

Bei dieser Idee und diesem Vorschlag gibt es kein Wenn und Aber. Der Kriminalität und dem Raserabschaum auf den Pisten muss das Handwerk gelegt werden, ansonsten hat der winterliche Freizeit- und Urlaubssport keine Zukunft. Was auch den wirtschaftlichen Rückschritt der Wintertouristik in den Winterskigebieten und damit eine künftige Verarmung der Menschen in der Gastronomie und Hotellerie bedeuten würde.