Gender-Diktat, Homo Unisex und woke Andersgedanken

In dem Buch mit dem Titel „Wozu sind wir auf der Erde?“ bin ich auf den Seiten 145 bis 154 auf Gedanken gestoßen, die von mir hätten sein können. Nun, ich erspare mir daher das eigene Fabulieren und übergebe dem großartigen Erich von Däniken, der seine irdische Haut Anfang Januar dieses Jahres abgelegt hat zu den Themen „Gender und Wokeness“ das Wort:

„So kommen und gehen Generationen, und jede Gesellschaft glaubt, fortschrittlich zu sein und einen ehemaligen Unsinn durch eine echte, diesmal endgültige „Wahrheit“ zu ersetzen. In der Welt, in der ich gegenwärtig lebe, soll der Mensch durch zwei neue „Erkenntnisse“ umerzogen werden: Gender und Wokeness.

Mit dem Wort Gender bezeichnet man das psychologische Geschlecht eines Menschen im Unterschied zum biologischen Geschlecht. Gibt es denn ein psychologisches Geschlecht? Ja! Ein Mann kann sich schließlich als Frau fühlen, eine Frau als Mann.

Der Begriff Gender wurde 1985 an der UN-Weltfrauenkonferenz in Nairobi erfunden und 1995 auf der Weltfrauenkonferenz in Peking – wo sonst? – formuliert. Im Rahmen der Gleichheit von Mann und Frau verlangten einige der resoluten Damen ein Programm zur Durchsetzung der Gleichbehandlung der Geschlechter. Inzwischen ist Gender zu einer weltweiten Strategie herangewachsen. Gender-Mainstreaming ist sogar eines der Ziele der Europäischen Union. Doch aus einigen ursprünglich grundsätzlich richtigen Gedanken geriet Gender zu einem feministischen Weltdiktat. Kaum ein Wissenschaftler, geschweige denn ein Politiker hat noch die Zivilcourage, gegen das Thema Stellung zu beziehen. Eine Ausnahme der deutsche Professor Ulrich Kutschera. (Uni Kassel und Standford, USA) In einem Interview mit dem deutschen Nachrichtenmagazin Focus bezeichnete Kutschera Gender als eine „irrationale Glaubenslehre“. Mit Gender würden alle wissenschaftlichen Fakten der Biologie geleugnet. „Die Gender-Mainstream-Ideologie“ entstammt einer radikalfeministischen Sektenesoterik der 1960er Jahre. Sie entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage.“ Der couragierte Professor hat seine Analyse gegen Gender in einem brillanten Sachbuch untermauert (Das Gender-Paradoxon, Berlin 2016).

Was soll denn falsch am Gendern sein? Wir werden doch alle gleichgemacht. Es gibt nur noch Unisex-Menschen. Das biologisch angeborene Geschlecht zählt nicht mehr. Knaben haben sich gefälligst zu schämen, mit einem Penis geboren zu sein.

Die ursprüngliche Idee zu diesem Irrweg stammt von dem neuseeländischen klinischen Psychologen John Money (1921 – 2006), der 1947 in die USA migrierte. Money behauptete bereits Mitte der 1950er-Jahre, dass alle Menschen als geschlechtsneutrale Wesen geboren würden. Im Rahmen eines Experiments ließ er den damals 22 Monate alten Bruce Reimer zum Mädchen umoperieren, während dessen eineiiger Zwillingsbruder Brian als Knabe heranwachsen durfte. Zusätzlich wurden Bruce, der jetzt Brenda hieß, noch vor Einsetzen der Pubertät weibliche Hormone verabreicht. Obschon diese perverse Zwillingsstudie total in die Hose ging, wird sie von den Gender-Anhängern immer noch als Beweis für die Unisex-Idee propagiert. Bruce Reimer nahm die ihm zugewiesene Geschlechterrolle nie an, nannte sich ab dem Alter von 14 Jahren „David“ und beging mit 26 Jahren Selbstmord. Sein Zwillingsbruder Brian hatte sich 2 Jahre zuvor das Leben genommen.

Obschon man „Genderstudies“ mittlerweile an Hochschulen studieren kann, bleibt das Thema eine Lachnummer. Beim Stichwort Gender tauchen im Netz Schlagzeilen wie diese auf: „Männer müssen diskriminiert werden“, „Gendergaga – Rebellion gegen Gottes Schöpfungsordnung“, „Die große Verschwulung“, „Krieg der Stern*chen“, „Ideologischer Wahnsinn“, „Gender-Blödsinn: Lufthansa schafft Damen und Herren-Durchsage ab“, „Gender – neumodischer Quatsch“

Wer sich heute nicht ans Gendern hält, wird von der politisch linken Gesellschaft ausgeschlossen. Der liebe Gott, diese männliche Anrede, darf es nicht mehr geben. Der weibliche Azubi wird zur Azubine. Der Lehrer wird zur Lehrkraft, ein Mann zum Menschen, Schüler und Schülerinnen werden zu SuS und die Opfer eines Schulmassakers zu „gestorbenen Sus“. Demnächst darf wohl auch „der“ Penis nicht mehr existieren; der hat gefälligst weiblich zu sein. Der „Vatertag“ gehört abgeschafft. Und wie wäre es mit die „Vergewaltigerin“ und „die Sittenstrolchin“? Aus „die Deutsche“ würde dann „Die Deutscherin“ und aus einem weiblichen „Gast eine „Gästin“.

Andreas Rödder, Professor für neue Geschichte an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz schreibt zu Gender: „Eine Minderheit mit dem Anspruch einer rechten Gesinnung zwingt der Mehrheit mit dem vermeintlich falschen Bewusstsein ihren Willen auf (…) Aggressiv wirkt diese Minderheit in Medien, Universitäten und Schulen darauf hin, die Sprache von oben zu verändern. Das ist ein Sprachwandel – das ist Sprachzwang einer woken Minderheit (…) Es ist ein rücksichtsloser und ziemlich verlogener Kulturkampf (…) Wir fordern ein Ende dieser Verlogenheit und wehren uns gegen einen Gesinnungszwang. Sprache ist das Gemeingut schlechthin.“

Seit der Mensch sprechen gelernt hat, lebt die Sprache. Sie verändert sich, passt sich der jeweiligen Zeit an, entwickelt neue Worte und Begriffe – etwa in der Wissenschaft – und ist volksnah. Gender will das Gegenteil erzwingen. Gender vergewaltigt die Sprache und unterläuft ihre natürliche Entwicklung. Es ist also ein widernatürlicher Vorgang.

Jan Fleischhauer, einer der bekanntesten Journalisten Deutschlands, meinte dazu: „Die moderne Linke, jedenfalls in ihrem akademischen Teil, scheint vor allem mit der Frage beschäftigt, wie sie dafür sorgen kann, dass niemand vom rechten, also linken Weg abkommt. Ihre ganze Energie ist darauf gerichtet, dass die Menschen nicht das Falsche sagen.“

Gendergerecht zu leben ist das Gegenteil eines Sinn des Lebens: ein blöder Sinn.

Die zweite Moderichtung der Gegenwart ist die sogenannte Wokeness. Damit ist gemeint, sich beständig der mangelnden sozialen Gerechtigkeit und insbesondere des Rassismus bewusst zu sein. Eigentlich vernünftig – oder? Doch Wokeness wiederum ist direkt mit der Critical Race Theory (CRT) gekoppelt und die behauptet:

  1. CRT kann nicht objektiv sein. Jedwedes Wissen ist politisch
  2. Rasse ist alles. Daher: Weg mit verlogener „Integration, Assimilation und Farbenblindheit“
  3. „Kulturhegemonie“ festigt nur die soziale Ordnung – zugunsten der Machthaber
  4. Jede Diskriminierung ist strukturell, sie ergibt sich aus der Gesellschaft. Folglich gehört das System zerschlagen
  5. Chancengleichheit ist verlogen. „Verdienst“ ist kein Maßstab, weil „die Mächtigen“ über die Zuteilung bestimmen. Den „People of Color“ hat man zu geben, was ihnen zusteht – aber nicht als Leistungsprämie
  6. „Affirmative Action“ als Aufstiegsleiter ist Augenwischerei. Genauso wie die „Chancengleichheit“. Beides kaschiert nur die weißen Privilegien und garantiert allein den Fortbestand der weißen Vorherrschaft.

Das sind die sechs Hauptmerkmale der „Critical Race Theorie“ (CRT) wie sie William Galston zusammenfasste (The Key Writings that formed the Movement, New York 1996). Und damit landet man geradewegs in einem neuen Rassismus. Radikal formuliert durch den Chefideologen der CRT, Ibrahim Kendi: „Nur künftige Diskriminierung kann die heutige beseitigen“ (How to be an Antiracist, Berlin 2019)

Der Weiße ist also qua Geburt böse. Das „Weißsein“ kann bestenfalls unterdrückt, aber niemals überwunden werden.

Professor Josef Joffe von der John Hopkins University School of Advances International Studies in Washington beschrieb es klar: “Die CRT will weder vergeben noch versöhnen, denn Rassismus ist ein Teil der weißen DNS. Der Weiße kann ihn nicht abschütteln, weil er nicht kapiert, wie verdorben er ist. Sagt einer, „ich bin kein Rassist“, beweist er nur, dass er einer ist „Black Lives Matter“ ist korrekt. „All Lives Matter“ ist Rassismus.

Dass in der Vergangenheit Rassismus mit schrecklichen Folgen für die Unterdrückten praktiziert wurde, ist eine Tatsache. Der weiße Mensch des Jahres 2022 ist aber nicht schuldig für die Untaten seiner Ururururgroßväter. Sie lebten in einer anderen Epoche, und es herrschte ein anderer Zeitgeist. Genauso darf nicht aus dem Blick geraten, dass sämtliche Religionen quer durch alle Zeiten Andersgläubige verfolgten, dass auch die „People of Color“ unter sich Kriege führten und sich gegenseitig abschlachteten. Die gefundenen Schädel der Azteken und der Maya in Zentralamerika beweisen es. Die Auffassung „Wir sind besser als die anderen“ existierte zu allen Zeiten und unter allen Ethnien quer durch die Geschichte. Doch die moderne Wissenschaft, die heute der gesamten Menschheit hilft, die Krankheiten kuriert und die Last der Arbeit durch Maschinen erleichtert, entstand in den fortschrittlichen Ländern. Das Argument, man habe die anderen ja gar nicht erst zum Zuge kommen lassen, sticht nicht. Die über Jahrzehnte geleisteten, Aberbillionen schweren Entwicklungshilfen widerlegen dies. Und die Abschaffung der Sklaverei entstand aus dem Gedankengebäude der westlichen Welt heraus.

Heute propagiert die Woke-Bewegung einen neuen Rassismus. Bloß farbenverkehrt. Die Auswüchse dieses Denkens erleben wir tagtäglich. Menschen, die der Woke-Politik nichts abgewinnen können, werden von der Gesellschaft ausgeschlossen. Sie werden aus ihren Positionen gedrängt – seien es Wissenschaftler, Journalisten, Arbeiter oder Hochschuldozenten. Die amerikanische Historikerin Anne Applebaum, die unzählige Interviews mit Wokeness-Opfern führte, beschreibt es so: „Das Erste, was passiert, wenn man eines sozialen Regelverstoßes beschuldigt wird und plötzlich im Zentrum eines Sturms in den sozialen Medien steht, ist: Das Telefon hört auf zu klingeln, die Leute reden nicht mehr mit einem. Zu dem seelischen Druck, der dadurch aufgebaut wird, gesellt sich bald die Angst um die finanzielle Existenz. Denn das Zweite, was geschieht, ist: Wenn du Professor bist, will dich niemand mehr als Lehrer oder Mentor haben.“

Mittlerweile erscheinen alleine im deutschsprachigen Raum jährlich rund 60.000 Buchtitel. Dazu gesellen sich unzählige Zeitungen und Magazine. Eigentlich eine phänomenale Meinungsvielfalt – sollte man glauben. Doch in den meisten Publikationen findet sich vorwiegend derselbe woke-korrekte Meinungsbrei. Wer sich gegen das Woke-Diktat stellt, muss in eine Art von Meinungsuntergrund abtauchen. Der deutsche Journalist Werner Reichel vermerkt dazu: „(…) der politisch korrekt Buchhändler achtet auf seinen vermeintlich guten, sprich linken Ruf. Werke, welche die vorherrschende neoidealistische Ideologie und deren Vertreter kritisieren oder hinterfragen, verkauft er nicht. Egal, ob Belletristik oder Sachbuch.“

Was heute im täglichen Literatur- und Journalistikbetrieb geschieht, ist eine zivilisatorische Schande. Und das betrifft nicht nur die schreibende Zunft, sondern genauso die Kunst, das Theater, das Kabarett oder den Lehrbetrieb. Zudem ist die allseits verordnete Wokeness im Kern verfassungswidrig. Jede demokratische Nation – wie auch die übergeordnete UNO – garantiert die freie Meinungsäußerung. Artikel 5, Absatz 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland hält fest: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“

Was ist aus dieser staatlichen Garantie geworden? Ein genormter Käse, in welchem jede andere Meinung gar nicht erst veröffentlicht wird – es sei denn in einem verpönten Medium. Heute, im Jahre 2022, ist die Hälfte der deutschen Bevölkerung davon überzeugt, eine freie Meinungsäußerung sei nicht mehr möglich, ohne mit negativen Folgen rechnen zu müssen.

Es gibt es in Bern eine staatlich geförderte kulturelle Institution, die „Berner Dampfzentrale“. Doch Zutritt haben nur Leute, welche der „BIPOC“ angehören. „BIPoC“ bedeutet: „Black, Indigenous, People of Color“ – weißen Menschen wird der Einlass zu Kulturanlässen verweigert. Rassismus pur. Und dieser Verlogenheit wird auch noch das Mäntelchen „fortschrittlich“ umgehängt.

Noch deutlicher: Die international führende digitale Plattform Pinterest „verbietet sämtliche Inhalte, die den Klimawechsel, seine Auswirkungen, den menschlichen Einfluss auf ihn oder den wissenschaftlichen Konsens in Bezug auf ihn infrage stellen. Auch „irreführende Behauptungen“ zu Lösungen des Klimawandels sind untersagt.

Im Grundgesetz heißt es doch: Eine Zensur findet nicht statt. Was kümmert das die Selbstherrlichen? Sie diktieren die Meinungen. Was die Wahrheit sein soll, bestimmen inzwischen sogenannte Faktenchecker – die nächsten Wichtigtuer im System der Clowns.

Sowohl Gender als auch Woke wollen die Vielfalt der Menschen zur Einfalt trimmen. Doch Männer haben nun mal einen Penis und Frauen andere Geschlechtsmerkmale. Denken zu müssen, das sei falsch, kommt einer Verkrüppelung des Verstandes gleich und erinnert an die bolschewistische Gleichmacherei während der kommunistischen Revolution von 1917. In jener Zeit wollten die Bolschewiki alle von der Natur geschaffenen Unterschiede abschaffen. Nicht nur wirtschaftlich, sondern auch in der menschlichen Denkweise. Alle sollten gleich denken. Das entsprach der reinen Lehre von Karl Marx. Kommunistisches Denken war und ist immer vom Neid diktiert. Warum hat der Andere etwas, das ich nicht habe? Weshalb wohl? Weil jeder Mensch einzigartig und unvergleichlich ist. Selbstverständlich sind wir Menschen, und als solche erleben wir Tausende von Gefühlen und Handlungen gemeinsam. Die Querverbindungen zwischen den Synapsen  im Computer unserer Gehirne funktionieren bei allen gleich – über die elektrischen Impulse -, doch die Inhalte sind von Mensch zu Mensch anders – und wenn es nur ein Quäntchen anders ist.