Ostern, Auferstehung und „Longevity-Hype“

Jedes Jahr nach dem ersten Frühlingsvollmond kommen ein paar Tage zum Auferstehen!

Zur U(h)rzeit der Kelten und Römer, die vor mehr oder weniger 2000 Jahren tickte, galt das heutige Osterfest der Mondgöttin „Ostera“.  Dank ein paar Konzilien, auf denen machthungrige Kaiser des ost- und weströmischen Reiches festgelegt hatten, wer und was Jesus, Gott, der heilige Geist und die Gottesmutter gefälligst zu sein und an was die untertänigen Schafe zu glauben hatten, wurde aus dem Fest von Mondgöttin „Ostera“ das heiligste Brimborium der Christenheit gemacht, nämlich Ostern. Liebe Leserschaft, jetzt wissen Sie, was hinter dem Hase-Ei-Marathon der Christenheit steckt. Doch wieso komme ich eigentlich auf Ostern? – Ach ja, ich wollte etwas über die nicht stattgefundene Auferstehung und den unterhaltsamen Longevity-Hype schreiben. Dazu habe ich einen herrlichen Spruch:

„Der Mensch ist das Tier, das sich seiner eigenen Sterblichkeit bewusst ist. Alter und Sterben sind das Schicksal der Menschen, die Unsterblichkeit und ewige Jugend das Schicksal der Götter“!

Zitieren möchte ich Wilhelm Christoph Hufeland, der im 18. Jahrhundert einer der berühmtesten Ärzte war, unter anderem therapierte er Johann Wolfgang von Goethe, bis es mit dem zum Bruch kam, weil dieser zu viel Wein trank und Hufeland damit nicht einverstanden war. Über den Alterungsprozess resümierte er: „Dieses Problem war schon immer ein bevorzugtes für die klügsten Köpfe, ein Spielfeld für Tagträumer und die größte Verlockung für Scharlatane und Schwindler.“

Das sogenannte „biblische Alter“ wird beschrieben in Genesis 5, 9: 29, mit der Lebensdauer der Patriarchen – das waren die Jungs, die vor der Sintflut gelebt haben sollen – Adam brachte es auf 930 Jahre, Seth auf 912 Jahre, Enosh wurde 905 Jahre alt, Enoch 365 Jahre, Noah runde 950, und Methusalem übertrumpfte alle mit 969 Jahren. Das, meine Lieben, nenne ich „Longevity“!

Wussten Sie, dass der berühmte König David unter dem sogenannten „Aging-Male-Syndrom“ litt? Im Buch der Könige sprachen die Großen zu ihm: „Man suche unserem Herrn, dem König, eine Jungfrau, die vor dem König stehe und ihn umsorge und in seinen Armen schlafe und unseren Herrn, den König, wärme (Jungfrau Abischag).“ Na, was sagen Sie dazu? – Alte Männer werden verjüngt durch junge Frauen, saugen den Mädchen quasi die Lebensenergie heraus wie Vampire. Im Gegenzug bekommen die Mädels schöne Kleider, Schmuck, ein schickes Auto und ein Zweizimmerappartement sowie Luxusurlaube usw. Ob es für eine junge Frau wirklich so schön ist, zu einem mindestens um 30 Jahre älteren, faltigen, glatzköpfigen, dickbäuchigen und zahnimplantierten Millionär oder König ins Bett steigen zu müssen, ist eine andere Sache.

Wir wechseln zum berühmten Gilgamesch-Epos, dem ältesten Werk der Menschheitsgeschichte aus der babylonischen Literatur. Die Ursprünge dieser Erzählung werden auf 3000 v. Chr. geschätzt, in die Zeit der Sumerer, als die Schrift erfunden wurde. Gilgamesch war ein junger, kühner König, doch den Göttern zu übermütig. Deshalb erschufen sie Enkido, ein Wesen mit übermenschlichen Kräften, das Gilgamesch besiegen sollte. Aus ihren Kämpfen entwickelte sich Respekt und zum Leidwesen der Götter auch noch Freundschaft. Als beide ein heiliges Tier töteten, wurden die Götter stinksauer, weshalb sie Enkido erkranken und sterben ließen. Für Gilgamesch war der Tod seines Freundes eine Tragödie. Er machte sich deshalb auf, das Geheimnis des ewigen Lebens zu ergründen. Wie es in Epen immer so ist, musste er ein paar Abenteuer bestehen. Eine Prüfung lautete, dass er sechs Tage und Nächte wachbleiben musste, denn wer den Tod besiegen will, muss erst einmal den Schlaf bezwingen. Gilgamesch schlief aber ein. Als zweite Prüfung musste er eine besondere Pflanze, die nur auf dem Meeresgrund wuchs, holen. Diese Prüfung schaffte er, doch ließ der Dussel sie am Brunnenrand liegen. Es kam eine Schlange des Wegs und futterte sie, was dazu führte, dass Schlangen in östlichen Kulturen seitdem als unsterblich gelten.

Sicherlich haben Sie schon einmal was von „Shangri-La“ gehört, kennen aber die Bedeutung nicht, oder? Shangri-La ist ein buddhistisches Kloster Chang Sambal. In Europa wurde Shangri-La durch James Hiltan 1933 mit „Irgendwo in Tibets“ (Lost Horizon) bekannt. Shangri-La ist ein Lamakloster am Shangri-Gebirgspass im Himalaja. Die dortigen Bewohner werden sehr, sehr alt. Von alldem übrig geblieben, ist die Luxus-Hotelkette „Shangri-La“.

Ich wende mich nach dem Alten Ägypten, einem Ursprungsland der Medizin. Man hat den Eindruck, dass es den Leuten damals ständig um ihre Auferstehung ging. Das Alte Ägypten ist dafür berühmt, den Tod zu konservieren, oder anders betitelt, zu mumifizieren. Übrigens verwendeten sie dafür antibiotisches Bienenwachs und Propolis, was Bienenharz ist.

Pharao Ramses II aus dem sogenannten Alten Reich erreichte ein sehr, sehr hohes Alter, nämlich 96 Jahre, unsterblich wurde allerdings durch seine unzähligen Kinder und Enkelkinder. Interessant ist, dass es die alten Ägypter mit der Hygiene hatten, denn sie wuschen sich am Morgen, vor jeder Mahlzeit und für die Nacht. Die Priester rasierten sich ihre Körper jeden dritten Tag, um sich so vor Läusen und anderen Krankheitserregern zu schützen. Und die ägyptischen Ärzte wussten bereits vor Jahrtausenden, dass der Tod im Darm lauert. Es gab dafür eigene Ärzte, die „Nr Phiit“, was übersetzt „Hüter des Afters“ heißt. Wer konnte und es sich leisten konnte, ließ sich von den Darmärzten regelmäßig Einläufe verpassen mit Honig, Bier oder Öl.

Kleopatra VIII kennen wir durch Liz Taylor, Julius Cäsar und Mark Anton. Für ihren Namen gibt es die Hieroglyphe für Schönheit, was ein Auge mit einer stark geschminkter Braue ist. Kleo hat auch ein Buch geschrieben „Kosmetikon“, doch ist das leider verlorengegangen. Sie setzte auf das in unserer heutigen Zeit berühmte „Skin-Rejuvenation“, indem sie jeden Abend vor dem Schlafengehen in Eselsmilch badete, um das Antischadstoffsystem der Haut zu aktivieren. Diese Milch enthält nämlich eine Menge pflegende und rückfettende Substanzen, sowie Antioxidantien und Q10, die gut bioverfügbar sind.

Kommen wir zu den antiken Griechen. Einer meiner Lieblingsärzte, da er eigentlich Heilpraktiker und ein Longevity-Therapeut war, ist Hippokrates von Kos, der möglicherweise über 100 Jahre alt wurde. Er setzte nicht nur auf die Behandlung der vier Kardinalsäfte Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle, sondern vor allem auf die Altersprävention, indem er seinen Patienten eintrichterte, wie wichtig Ernährung, Bewegung und das Leben im Einklang mit der Natur sei. Ein tolles Zitat von ihm lautet: „Dem Menschen, der Nahrung zu sich nimmt, kann es nicht gutgehen, wenn er nicht gleichzeitig seinen Körper durch sportliche Ertüchtigung beansprucht. Ernährung und Sport haben gegensätzliche Qualitäten. Man muss nicht allein…diese Qualitäten kennen, sondern auch das richtige Verhältnis zwischen dem Maß an körperlicher Ertüchtigung und der Nahrungsmenge, dem Wesen des Individuums, dem Alter… Es gibt keinen stärkeren Alterungsfaktor, als untätig und faul auf das eigene Ende zu warten.“

Aktuell wird von einer politisch naiven Kinderschar an einer Reform des Gesundheitssystems herumgebastelt. Bereits Plato und Aristoteles erhoben die Gesundheitspflege in ihren Schriften in den Stand der Tugend. Gesundheit beruht auf Eigenverantwortung. Ein herrliches Zitat von Demokrit von Athen, der zurzeit Hippokrates lebte und als einer der Ersten den Aufbau der Erde aus Atomen erkannte, lautet: „Da flehen die Menschen die Götter um Gesundheit an und wissen nicht, dass sie die Macht darüber selbst besitzen.“ Das beweist, die Menschen haben seit 2000 Jahren nichts dazugelernt!

Dann gibt es da noch Pythagoras, der 100 Jahre vor Hippokrates auf der Insel Samos wirkte und das Prinzip der KALOKAGATHIA erkannt hatte: Ästhetisches Wellaging hat seine Berechtigung. Wer lange jung bleiben will, will auch lange jung aussehen. Und das hilft dabei, sich jünger zu fühlen. Das Prinzip der Kalokagathia setzt Gesundheit und Schönheit gleich.

Und von einem anderen Griechen, der über 300 Jahre vor Hippokrates lebte, stammen die „Hymnen an Aphrodite“, die über Thitonos und Eos erzählen. Eos war die Göttin der Morgenröte und verliebt in den Sterblichen Tithonos, einen jungen Trojaner. Eos bittet Zeus, Tithonos unsterblich zu machen, vergisst aber zu erwähnen, dass Tithonos doch bitteschön ewig jung bleiben soll. Folglich wurde der Knabe immer älter, ohne zu sterben. So wurde er als Greis weggesperrt und schließlich in einen Grashüpfer verwandelt.

Nun die Römer, die nicht sonderlich erfinderisch waren, sondern das meiste von den Griechen abstaubten. Weshalb auch die meisten Ärzte in Rom Griechen waren. So Galenos von Pergamon, der, vergleichbar Müller-Wohlfahrt beim FC-Bayern, ein gutbezahlter Wundarzt der Gladiatoren war. Doch war er auch Leibarzt mehrerer Kaiser. Wie Hippokrates setzte er auf eine individuelle Diätetik.

Auch der 62jährige Cicero, den wir vom Lateinunterricht in der Schule als Staatsmann und Redner kennen, wollte nicht alt sein und werden. So schrieb er „Über das Altern“ eine Streitschrift und verteidigte darin das Alter. Und weil wir gerade in der römischen Geschichte unterwegs sind, darf der Stoiker Seneca nicht fehlen. Die Stoiker wollten nichts anderes, als mit der Natur und dem Schicksal in Harmonie leben. Ihre Weisheit bestand darin, die unabwendbaren Dinge des Lebens in Ruhe und Gelassenheit zu akzeptieren. In „De brevitate vitae“ – übersetzt heißt es: Über die Kürze des Lebens – beklagte sich Seneca darüber, was die Menschen aus ihrer kurzen Zeitspanne machten. Sie vergeudeten sie mit öden und sinnlosen Aktivitäten. Übrigens war der arme Seneca Lehrer von Nero. Kein Wunder, dass er sein eigenes Leben freiwillig verkürzte. Als Nero nämlich vollkommen wahnsinnig wurde und sich gegen ihn richtete, zog sich Seneca in sein Bad zurück und ließ sich von einem Sklaven die Pulsadern öffnen. In Briefen an Lucullus schreibt er: „Man ist niemals so alt, als dass man nicht aus ganzer Seele hoffen würde, noch einen Tag länger zu leben.“

Bei den ach so gläubigen Christen sah alles ganz anders aus, nämlich dreckig, stinkend, düster und höllisch. Da gab es vor allem asketische Lehrrichtungen, und das Baden war nichts anderes als Verweichlichung und Luxus. Nichtbaden als Tugend wie Fasten. Der berühmte Kirchenlehrer Augustus überzeugte die Christenschar: Ein Bad pro Monat sei mit christlichem Glauben zu vereinbaren. Mönchen nur an Ostern und Weihnachten. Kein Wunder, dass Krankheiten und Seuchen mit der sich ausbreitenden Kirchendiktatur immer weiter um sich griffen und die Menschheit auf diese Weise selbstgemacht regelmäßig vom lieben Gott bestraft wurden.

Statt mich weiter über die Borniertheit der ach so heiligen Kirche zu ärgern, reise ich mit Ihnen lieber nach Indien, zu den Wurzeln des Ayurveda. Das Wort stammt vom Sanskrit „Ayus“ = Leben, „Veda“ = Wissen ab. Stellen Sie sich vor, es wurde bereits vor 5000 Jahren von sogenannten Reshis, heiligen Männern, entwickelt und in Versen niedergeschrieben (Rik Ved). Leider ist dieses herrliche Werk zerstört worden durch den Islam und die Engländer. Es ist wert, wenigstens noch die allgemeinen Ernährungsempfehlungen aufzulisten. Da sag ich nur: LONGEVITY!

1) Nur bei Hunger essen

2) Keine Zwischenmahlzeiten

3) Hauptmahlzeit um Mittagszeit

4) Essen in ruhiger, entspannter Gemütslage

5) Zwischen Mahlzeiten drei Stunden Pause

6) Nicht sattessen.

7) Frische Lebensmittel

8) Wasser (auch erwärmt) und Kräutertees trinken.

Schlechte Ernährung erzeugt sonst „Mala“ = Giftstoffe.

Klassische Reinigungsbehandlung ist Pancha-Karma = Die fünf Handlungen sind 1) provoziertes Erbrechen, 2) Anregen der Darmtätigkeit mit Abführmitteln, 3) Öl- und Kräuterextrakteinläufe 4) nasale Medikamentenzufuhr 5) Aderlass

Natürlich darf das Reich der Mitte, China, nicht fehlen, da es unter anderem mit dem Taoismus viel zu bieten hat. Taoismus ist eigentlich eine Gesundheitsreligion und kommt von „Tao“, dem Weg und die Natur. Er ist die Grundlage eines philosophischen-spirituellen Lebens, der Ausdruck für fundamentale Prinzipien, auf denen die gesamte Natur einschließlich es menschlichen Denkens und Daseins beruht. Sein Rezept hat fünf Prinzipien (Hsien = Weisheit und Unsterblichkeit), nämlich richtiges Atmen, richtiges Essen, richtige Bewegung, richtige Sexualpraktik, richtige Spiritualität.

Wird die Suche nach Unsterblichkeit zum Wahn, kann das lebensgefährlich werden. So für den ersten chinesischen Kaiser Qin Shi Huangi, der etwa 300 vor Christus lebte. Berühmt ist er aber auch dafür, dass er China vereinte, die chinesische Mauer baute und die Terrakotta-Armee erschuf. Dafür nannte er sich Gottkaiser. Verständlich, dass er unsterblich werden wollte. Da gab es eine Erzählung über die legendäre Insel der Unsterblichen Peng Lai. Huangdi rüstete eine Expedition aus unter seinem Leibarzt, die jedoch nie mehr zurückkehrte. Er entwickelte eine Paranoia mit der Suche nach der „Droge des langen Lebens“. Sein Leibarzt XuFu füllte ihn ab mit der Antiaging-Droge der damaligen Zeit: Das hochgiftige Quecksilber (es ist das einzige Metall, das bei Raumtemperatur flüssig) schädigt das zentrale NS. Kaiser Huangdi schluckte jeden Tag brav seine Quecksilberkügelchen. Zunächst kam es zu Verhaltensauffälligkeiten, mit der Zeit manifestierte sich eine handfeste Geisteskrankheit. Huangdi starb zwar geistig und körperlich zerrüttet mit jungen 49 Jahren, doch ist er, anders, als er sich das vorgestellt hatte, eigentlich unsterblich geworden.

Dank dem Kirchendiktat galten im Mittelalter Krankheiten als Strafen und Prüfungen Gottes, die geduldig und reumütig zu ertragen waren. Es war wichtiger, die Seele zu retten. Von daher gab es keinerlei systematische Medizinausbildung. Seit der Antike hatte die Menschheit in dieser Hinsicht viele Schritte rückwärts gemacht.

Doch es gab eine Ausnahme. Im 12. Jahrhundert war das süditalienische Salerno berühmt als medizinisches Ausbildungszentrum, das die besten Ärzte der damaligen Zeit hervor brachte. Das Einzigartige daran war, dass die Laienschule allen Konfessionen und beiden Geschlechtern offenstand. Es gab eine gleichberechtigte Leitung unter einem Christen und einem Sarazenen.

Die ersten Universitäten entstanden im 13. Jh. in Bologna und Paris. Die „Wissenschaft“ wurde im sogenannten Hochmittelalter Scholastik genannt. Sie nutzte religiöse Texte und Schriften antiker Autoren, um strittige Fragen zu klären. Chirurgische Tätigkeiten (Chirurgie heißt „Handwerk“) überließ man Badern und Friseuren. Longevity war nicht erwünscht, da Krankheit und Tod eine Prüfung Gottes waren. Jedes Auflehnen gegen das angebliche Schicksal war Gotteslästerung.

Die Suche nach Unsterblichkeit und dem ewigen Leben hatte etwas Alchemistisches. Basis der alchemistischen Lehre bildete die Hypothese der Transmutation (Übergang einer Substanz in eine andere): Quecksilber, Zinnober ist Mineral, das rote Farbe (ist Quecksilbersulfid). Erhitzt man zinnoberhaltiges Gestein, entweicht Schwefel, entsteht reines Quecksilber. Vom festen Stein in flüssiges Metall. Gold: Selten und kostbar. Es war das alchemistische Bindeglied bei der Suche nach dem ewigen Leben. Übrigens ist Gold das einzige Metall, das sich nicht verändert, nicht altert, das unsterblich ist. Eisen rostet, Kupfer oxidiert, Silber verfärbt sich. Gelingt es einem Menschen einen ähnlichen Reinheitsgrad zu erlangen wie Gold, würde er dann unsterblich sein?

Araber bewahrten alchemistisches Wissen und brachten es nach Mitteleuropa. Sie erfanden die Destillation und damit Alkohol. Im Mittelalter verlagerte sich das medizinische Zentrum von Alexandrien nach Bagdad, wo die klassischen Schriften der Antike – von Hippokrates bis Galen – ins Arabische übersetzt wurden. Herausragendster Arzt des Mittelalters war Araber Abu Ali Ali – Hussein Ibn Abd Allah Ibn Sina = AVICENNA. Er fasste das medizinische Wissen zusammen: „Fürst der Medizin“. Arabische Pharmazeuten griffen zu Mörser und Destillierkoben: Institution der Apotheke. Begriff geht auf arabischen Wortstamm zurück. Alle Worte im Medizinischen, die mit „Al“ beginnen, wie Alkali, Alchemie, Alkohol…

Und immer war da die Suche nach dem 5. Element, der „quinta essenzia“ oder Quintessenz. Lehre des Aristoteles: Irdische Dinge aus vier Elementen: Feuer, Wasser, Erde, Luft – zusammen. Sie altern und vergehen. Das fünfte Element aber ist für die Menschen unerreichbar. Es ist die himmlische Essenz, von ewiger Dauer und grenzenloser Schönheit. Alchemisten fanden Wein, destillierten ihn und fanden Alkohol, den Weingeist, mit erstaunlichen Fähigkeiten: Flüssig wie Wasser, brennbar, kühlend auf der Haut, erwärmend im Mund und Magen = Aqua Vitae = Lebenswasser.

Ich reise mit Ihnen nach Oxford zu dem herausragenden Alchimisten und Franziskanerpater Roger Bacon. In seinem „Opus majus“ zeichnet er ein Bild vom Alter: „Zunehmende Verschleimung, faulig riechender Atem, Entzündung der Augen, allgemeines Nachlassen der Sinne, Verdünnung des Blutes und des Geistes. Schwäche der Bewegung, des Atems und des ganzen Körpers. Nachlassen der animalischen wie der natürlichen Kräfte der Seele, Schlaflosigkeit, Wut und Unruhe des Geistes, Vergesslichkeit.“ Bacon sah seine Hauptaufgabe in der „Wiederherstellung der Jugend“ und entwickelte die Well-Aging-Küche. Allerdings sind seine Menüvorschläge extravagant: In Salzwasser gekochte Vipern mit Rotwein. – Schlangen galten als Verjüngungskünstler in der Natur. Ihre Fähigkeit, sich zu häuten, wurde als Wiedergeburt aus sich heraus gedeutet. Vertreter der Viersäftelehre. Alter der Verlust von Wärme und Lebensenergie. Er empfahl alternden Männern, sich von jungen Mädchen – bestens Jungfrauen – anhauchen zu lassen. Damit würde Lebenskraft übertragen. Auch hier wieder eine Art von Energie-Vampirismus!

Fortsetzung in Teil II ab Hildegard von Bingen 😊