Geschrieben von Hopfenbauer Michael und mir. Gleich vorweg: Dieses Buch könnt Ihr im Internet als eBook bestellen. Es ist die Grundlage unserer Vorträge und Autorenlesungen in der deutsch- und englischsprachigen Welt. Wer Michael und mich für eine Veranstaltung buchen möchte, kann sich jederzeit gerne melden auf einer unserer Websites und unter unseren angegebenen Mail-Adressen.
Jede Menge Kapitel auf 280 Seiten: Lebenspflicht und Alterungsprozess, Fett weg mit Hopfen, Hopfenbauer aus Berufung, „Hopfenrundschau“, Chinesische Medizinerin, Hopfen und chinesische Medizin, Tumorwachstum hemmen, Kochendes Hopfengenie, HopfenErlebnisHof, Hopfenzupferfest, Kennenlernen, Hopfenbauer, Menopause, Hopfenzyklus, Drahtaufhängen, Wetter, Drahtstecken, Saisonarbeiter, Anleiten, Nachleiten, Botanik, Humulus all over the world, Ernte und Markt, Hopfenadel, Bier und Krone, Antikes Bier, Heilender Hopfen, Hausapotheke und Kosmetik, Wurzelstock und Triebe, Lupulin und Bitterwert, Hallertauer Hopfenanbau, Hopfenhistoriker, Rund um den Globus, Arznei, Östrogen, Erddrehung, Hormone und Abwehr, Alzheimer, Hirn, Auszüge aus Studien, Antibiotikaresistenz, Hopbiotische Rettung, Tiermast, Xanthohumol, Schädlinge, Gourmets und Gourmands, Peronsospora, pH-Wert, Welt, Nachwort… dazu gibt es viele, viele Bilder von uns und natürlich vom Hopfen.
Vorwort
Als er sie im Lichtkegel des Scheinwerfers entdeckte, zog es ihn magisch zu ihr hin. Er forderte sie auf, mit ihm zu tanzen, und sie ergriff seine Hand. So hat die gemeinsame Geschichte von zwei fremden Menschen begonnen und Hopfen alles verändert. Bis zu jenem Abend im Mai war jeder eine eigene Welt für sich gewesen. Dann erkannten und berührten sie sich. Aus ihrer Vereinigung entwickelte sich am Ende ihre gemeinsame Schöpfung. Doch eins nach dem anderen und nicht der Reihe nach. Wir freuen uns, dass Sie mit dem Lesen unseres Buches begonnen haben und mit uns in die Welt des Hopfens eintauchen.
Hopfen verändert die Welt! Er ist eine Wunderpflanze und eine gesunde, nebenwirkungsfreie Medizin der Zukunft. Es erinnert an „Hans und die Bohnenranke“, dem wohl ältesten Märchen der Menschheit – von historischen Studien über 5000 Jahre alt geschätzt. Wie Hansens Bohne vom Misthaufen aus in den Himmel gewachsen ist und den Mythos des Weltenbaums aufbricht, so hat sich die Hopfenrebe dem Himmel mit dem Lauf der Sonne entgegengerankt und die Welt verändert.
Seit März 2026 wird der Hopfenanbau in Deutschland als immaterielles Kulturgut gewürdigt. Es freut uns, dass sich der Deutsche Hopfenpflanzerverband, das Deutsche Hopfenmuseum und der Bayerische Brauerbund nach langer, langer Zeit endlich um die Aufnahme in das Landesverzeichnis der Kulturgüter beworben haben. Deutschland, vor allem die Hallertau, ist aktuell der weltgrößte Hopfenproduzent! Wirtschaftlich wird die Auszeichnung „Immaterielles Kulturgut“ wohl keine großartigen Auswirkungen für die Hopfenbauern haben, doch bedeutet es für sie eine Wertschätzung. Ein bisschen ist es wie die Verleihung des Hopfenordens, der weiter unten noch ausführlich beschrieben wird.
So gesehen, bestätigt der Titel „Immaterielles Kulturgut“ bis in die moderne Gegenwart, dass „Hopfen die Welt verändert“. „Nomen est omen!“, so tragen seine Sorten die Namen von Göttern, wie Zeus, Apollo, Titan, Herkules und Neptun, mit deren Kraft er während der Sommermonate mühelos in den Himmel emporklettert.
Zusammen mit Michael Forster, der – soviel ich weiß – nicht von Zeus abstammt, sondern seit 1872 von Hopfenbauern aus der Hallertau, habe ich dieses autobiografische Sachbuch über Hopfen geschrieben. Oft tituliere ich Michael allerdings neckisch als meinen „Hopfengott“. Vielleicht ist das ja ein impulsgebender Quantensprung, aus dem etwas Neues entsteht?
Fett weg mit Hopfen
Gleich am Anfang schubsen wir Sie in die Zukunft des Hopfens als gesundes, nebenwirkungsfreies Medikament und verjüngendes Therapeutikum. Lassen Sie sich ab jetzt von ihm und seiner Welt begeistern!
Dieses Kapitel steht hier am Anfang, geschrieben haben wir es allerdings zum Schluss. Der Grund war unsere parallellaufende, mehrmonatige Studie, bei der wir die Iso-Alpha-Säuren des Hopfens (kurz IAAs) täglich vor dem Essen als Dekokt eingenommen haben. Ihr Geschmack war spannend bzw. gewöhnungsbedürftig, denn IAA ist sehr, sehr bitter und scharf.
Dank der mehrwöchigen Einnahme dieses bitteren Hopfenextrakts konnten wir am eigenen Leibe erfahren, ob an den weltweiten Studien zu IAAs (Iso-Alpha-Säuren sind die bitteren Hauptkomponenten im Bier), die in Japan vor über zwanzig Jahren gemacht wurden, was dran oder doch nur heiße, akademische Luft ist. Die vorhandenen Studienergebnisse besagen, dass IAA das Bauchfett signifikant reduzieren und damit einen erheblich positiven Gesundheitseffekt haben.
Wir nehmen das Ergebnis und damit unsere persönlichen Erfahrungen am besten vorweg und bestätigen damit die japanischen Studienergebnisse. Bei mir (Evi) hat sich durch die zwölfwöchige Einnahme von IAAs das Körper- und Fettgewicht um 5 Kilos reduziert. Meine vorher nicht tragisch doch gut gepolsterte Taille hat sich verschlankt und misst aktuell 68 Zentimeter. Während der Einnahme von IAAs hatte ich weder meine Ernährung verändert oder vermindert, noch Sport betrieben, so dass ich in kein Kaloriendefizit gekommen bin. Im Gegenteil, ich habe während des Zeitraums der IAA-Einnahme auf Sport verzichtet.
Außerdem: Hopfenextrakt ist ohne Nebenwirkungen! Bei der Messung meiner Blutwerte fanden sich zwei unerklärliche Abweichungen, nämlich die von DHEA und Q10, die beide weit über dem Norm-Durchschnitt lagen, obwohl ich keine davon als Pille oder Pülverchen einnahm. Auch bei Michael hat sich das Körper- und Fettgewicht reduziert, und das Fett um die Taille ist ebenfalls geschmolzen. Im Folgenden stelle ich einige Auszüge japanischer Studien vor, die bereits vor 20 Jahren erarbeitet wurden. Ihren akademischen Dialekt habe ich der geschmeidigeren Lesbarkeit wegen etwas geglättet:
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O-Ton Michael: Ich verstehe, wenn man über Hopfen nur wenig oder nichts weiß. Mit knapp 1000 Hopfenbauern in Deutschland übe ich wahrscheinlich einen aussterbenden Beruf aus. In die Zukunft als Hopfenbauer, der noch eine familiäre Beziehung zu seiner Hand- und Landarbeit hat, blicke ich nicht besonders optimistisch. Da wird auch die Aufnahme der Hopfenwirtschaft in die Liste als immaterielles Kulturgut nichts ändern. So lange mein Betrieb wenigstens ein akzeptables Einkommen, von dem ich leben kann, abwirft, werde ich noch eine Zeitlang weitermachen und meinen Hof irgendwann an meinen Sohn Michael weiterreichen. Dann muss er entscheiden, wie es mit unserem Familienbetrieb weitergeht. Die Zeiten, in denen man als Bauer über die Art und Weise und Organisation des Hopfenanbaus selbst entscheiden konnte, sind längst vorbei. Unsere Höfe, Felder und Gärten werden von Satelliten überwacht und unsere Arbeitskraft wird von der Bürokratie aufgefressen. Bauern haben in Deutschland den Ruf als subventionierte Schmarotzer, denen Steuergelder des Bundes und der EU nachgeworfen werden. In Wahrheit sind Förderungen und Subventionen ein Pakt mit dem Teufel, mit dem ein Bauer seine Freiheit verkauft, indem er über jeden seiner Handgriffe und Schritte Rechenschaft ablegen muss. Die Schizophrenie ist, dass der bürokratische Arbeitsaufwand die eigentliche Arbeit im Hopfengarten überwiegt. Ich hänge stundenlang über und an Formularen und schüttle über den von leistungsfernen Beamten und deren Bürogehilfen erstellten Schwachsinn den Kopf. Der einzige Sinn, den ich in diesem datensammelnden Monstrum erkenne, ist Kontrolle und Machtausübung, doch bin ich wie jeder andere einzelne Bauer gegen die politisch willkürlich auferlegten Zwänge machtlos…
Was praktische Hopfenarbeit anbelangt, bin ich noch immer ein Greenhorn. Dank der Arbeiten zu und an diesem Buch habe ich mich zu einer Insiderin der Hopfenwelt entwickelt. Nach drei Jahren HopfenErlebnis in der Hallertau habe ich viel über Hopfen, Bier und die Arbeit auf einem Hopfenhof gelernt. Das Beste von allem ist jedoch, dass ich auf meine väterlichen Wurzeln – die ich früher eigentlich gar nicht be- und damit geachtet hatte – stolz bin. Sie liegen in der Erde von Wildenberg, einem kleinen Dorf in der Holledau. Was jetzt darauf steht, weiß ich nicht. Zur Zeit meiner Urgroßeltern gab es dort jedenfalls für sie und ihre drei Söhne ein Zuhause, und hinter ihrem Haus hatten sie einen kleinen Hopfengarten. Besonders stolz bin ich auf meinen Urgroßvater, der Braumeister war, dazu noch ein musikalischer. Er sang nicht nur im Hopfengarten und beim Zwickeln im Kühlkeller, wo es schön hallte, sondern auch noch im Kirchenchor. Meine Urgroßeltern hatten drei Jungs, die, wie so viele andere in der deutschen Größenwahnzeit, als Kanonenfutter in den Zweiten Weltkrieg geworfen wurden. Mein Großvater Karl musste dem großdeutschen Irrenhaus als Matrose im Roten Meer dienen und erlitt Schiffbruch. Die Briten zogen ihn aus dem Wasser und steckten ihn im ägyptischen Port Said ins Kriegsgefangenenlager. Er überlebte als Einziger der großväterlichen Generation, seine beiden Brüder waren als Piloten an der Ostfront abgeschossen worden. Statt zu seinen Eltern in die Hallertau und in den Hopfengarten zurückzukehren, zog es meinen Großvater nach München, wo er als Postbote arbeitete, lebte und relativ früh starb. Das Anwesen in der Hallertau löste sich irgendwann im Nebel der Vergessenheit auf. Erst jetzt, nachdem mich die Liebe in die Hallertau geführt hat, erinnert sich ein Teil von mir an meine Abstammung. Ich bin es, die statt meines Großvaters und Vaters zurückgekehrt ist, um den hopfigen Ahnenkreis vielleicht zu schließen. In jungen Jahren habe ich als Journalistin gearbeitet, doch liegt mein beruflicher Schwerpunkt seit Jahrzenten auf der chinesischen Medizin, von der ich behaupte, dass diese im Westen und in Deutschland angekommen ist. Es gibt hervorragend ausgebildete TCM-Therapeuten. Ich bin zwar keine Chinesin, sondern Deutsche, doch praktiziere ich chinesische Medizin mitten in Bayern. Vor diesem heimatlichen, weißblauen Hintergrund lasse ich hier mein Wissen und meine Erfahrung als chinesische Ärztin einfließen. Keine Angst, Sie werden kein Opfer einer Kurpfuscherin oder politischer Beeinflussung. Als chinesische Medizinerin habe ich größten Wert auf eine akademische Qualitätsausbildung gelegt, weshalb ich chinesische Medizin an einer Universität in China, genauer gesagt, an der Zhejiang Medical University in Hangzhou, studiert habe. Und überhaupt, es finden sich Betrüger, promovierte Plagiateur:eusen, Stümper, Schwätzer und Unfähige nicht nur in der Medizin, sondern in allen Berufen und Sparten, so auch in Bürokratie, Wirtschaft, Politik, in den Medien sowie in der Lehre und im Handwerk. Doch auch im Namen der chinesischen Medizin tauchen immer wieder „tolle Erfindungen“ und Neuerungen, Wunderkräuter und lebensgefährliche Instagramm-Trends auf, wie das in der westlichen Naturheilkunde ebenfalls der Fall ist. Dank meines Instinkts und dem Verlangen nach Wahrhaftigem habe ich kurzlebiges Marktgeschrei und wunderheilerischen Blödsinn stets abgelehnt, und werde das auch weiterhin tun. Ich pflege meine konservative Einstellung und bevorzuge die Klassik, das heißt, die „gute, alte Zeit mit ihren bewährten Methoden“. Als gut ausgebildete, berufserfahrene „Alte“ kann ich mir das leisten.
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